Ich muss an diese Grußkarte denken, die zu meiner Highschoolzeit so angesagt war: Auf der Vorderseite waren zwei gelbe Küken in einer halben Eierschale abgebildet. Darunter stand: Du und ich gegen den Rest der Welt. Und auf der Innenseite: Ich persönlich glaube ja, dass wir Prügel beziehen werden. Als ich jetzt Brooke betrachte, über deren glattes Porzellangesicht das Kerzenlicht tanzt, frage ich mich: Wäre sie damals wohl eins der Mädchen gewesen, denen ich gerne eine solche Karte gegeben hätte? Und hätte sie so eine Karte von mir haben wollen? Wahrscheinlich nicht. Aber das war damals und jetzt ist jetzt.

Vielleicht sind wir beide erst durch das, was wir erlebt haben, zu den Menschen geworden, die wir heute sind. Weder mir noch ihr hätte so etwas passieren sollen, aber so ist es nun mal, und deswegen sitzen wir nun hier und essen und lachen miteinander, während die Leute kommen und gehen. Sie und ich gegen den Rest der Welt. Vielleicht werden wir Prügel beziehen, aber das wäre für uns beide ja nicht das erste Mal. Dieses Wissen hat etwas seltsam Tröstliches, und als ich sie ansehe, spüre ich die nackte Emotion, die – noch undefiniert und im Embryozustand – über mein Gesicht brennt, und ich erkenne das Spiegelbild dieser Emotion im dunklen Doppeluniversum ihrer Augen.